Vorträge

Beziehungsgewalt in queeren Beziehungen

Viele Forschungen haben erwiesen, dass die Gewalt in Nahbeziehungen während der Pandemie zugenommen hat – diese wird jedoch meist nur im Kontext von heterosexuellen Beziehungen diskutiert. Doch auch in queeren Beziehungen kann es Beziehungsgewalt geben.

Wenn lesbische, schwule, bisexuelle, trans, inter* und queere Menschen Betroffene von Gewalt in ihrer Liebesbeziehung werden, sind sie neben der erlebten Gewalt mit der geringen Sichtbarkeit und Tabuisierung dieser Gewaltform konfrontiert. Darüber hinaus leben sie in einer heteronormativen Gesellschaft und müssen sich möglicherweise zusätzlich mit internalisierter Homo- und/oder Transfeindlichkeit auseinandersetzen. All das kann es Betroffenen erschweren, die Beziehung zu verlassen oder sich Unterstützung zu suchen.

In dem Vortrag wird untersucht, wo Beziehungsgewalt beginnt und welche Formen sie annehmen kann, und was green, orange und red flags in Beziehungen sind. Es wird der Frage nachgegangen, ob sich Beziehungsgewalt in queeren Beziehungen von der in heterosexuellen unterscheidet, welche Mythen es dazu gibt, wie Unterstützung und Solidarität mit Betroffenen aussehen kann und welche Hilfsangebote für queere Betroffene existieren.

 

Femmefeindlichkeit in queeren Kontexten:

Femmefeindlichkeit und (trans*) Misogynie sind keine neuen Themen in queeren Communities. Dass Menschen, die emotional sind, sich um andere kümmern, keine maskulinen oder androgynen Szene-Normen erfüllen und/oder Make-up und Style zelebrieren, in queeren und feministischen Bewegungen zum Teil abgewertet, ignoriert, nicht ernst genommen oder ausgegrenzt werden, wird immer wieder kritisiert. Viele Femmes fühlen sich unsichtbar, nicht zugehörig oder nicht begehrt. Sie machen die Erfahrung, dass ihnen Heterosexualität, eine unpolitische Haltung oder die Reproduktion von patriarchalen Normen zugeschrieben wird.

Dabei ist die Art und Weise, wie sich Femmes durch die Welt bewegen, keine Zustimmung zu patriarchalen, eurozentristischen Körper- und Verhaltensnormen, sondern eine widerständige und queere Wiederaneignung von Praktiken, die als feminin gelten und deshalb abgewertet werden.

In dem Vortrag werden verschiedene Positionen zu der Frage nach Femme-Privilegien, „Straight Passing“ und Gründen für Femme Invisibility in queer(feministisch)en Räumen thematisiert.

 

Heteronormativitätskritische sexuelle Bildung und Sexualpädagogik:

Eine sexuelle Bildung, die nur heteronormative Identitäts- und Lebensentwürfe sichtbar macht, begrenzt die Kenntnisse über die Möglichkeiten der Lebensgestaltung von allen Empfänger*innen. Unterschiedliche Lebensweisen sind nicht nur unterschiedlich bekannt und sichtbar, sie werden immer wieder über machtvolle gesellschaftlich-kulturelle Diskurse hervorgebracht und zu anderen Lebensweisen in ein hierarchisches Verhältnis gesetzt.

Bildung und Pädagogik beteiligen sich an dem Prozess der Fortschreibung dieser Verhältnisse, indem sie normative Wahrheiten über Sexualität und Geschlecht als kulturelles Wissen reproduzieren. Eine Möglichkeit dagegen zu wirken, ist, heterosexuelle und cis-geschlechtliche Lebensweisen nicht als selbstverständlich vorauszusetzen, sondern sie als Teil einer umfassenderen Vielfalt explizit zu benennen.

Der Vortrag befasst sich mit der Fragestellung, wie sexuelle Bildung heteronormativitätskritisch gestaltet werden kann. Der Fokus liegt auf der Frage, wie in sexualpädagogischen Settings Annahmen von Zwei- und Cis-Geschlechtlichkeit und/oder Heterosexualität vermieden werden können und geschlechtliche, sexuelle und amouröse Vielfalt als Teil einer größeren Vielfalt an Identifikations-, Begehrens- und Bindungsmöglichkeiten sichtbar sein können.

 

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